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Die Fahrrad-Talkshow

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Eurobike 2019 Interview Claus Fleischer Bosch eBike Systems

Wie ist der aktuelle Stand beim ABS?

Claus Fleischer [00: 00:28] Bosch E-Bike-Systems hat das ABS 2017 auf der Eurobike vorgestellt, haben es zunächst in einer Testflotte auf den Markt gebracht um Erfahrungen zu sammeln mit den Herstellern und mit den Händlern und mit positiven Rückmeldungen dann seit 2008 in der Produktion Wir sind heute der erste und einzige Hersteller der einen serienmäßiges ABS für Fahrräder und für E-Bikes hat. [00:00:55]Die Rückmeldungen der Kunden die schon ein ABS-Fahrrad haben, ist sehr positiv, weil sie sich über den Sicherheitsgewinn beim Bremsen freuen und den auch wertschätzen. Von den Absatzzahlen hätten wir uns ein bisschen mehr versprochen [16.0s] aber das liegt einfach an der Einführung einer neuen Technologie. Da muss man auch Geduld und langen Atem haben, bis die Hersteller entsprechend genügend Modelle spezifiziert haben, die produziert haben, das im Handel angekommen ist, Es ist sehr sehr viel Kommunikation. Natürlich was immer schwierig ist, das kennt man aus allen Lebensbereichen. [00:01:31]Ein Produkt das für Freude und Begeisterung steht, lässt sich am Markt leichter etablieren und vermarkten, als ein Produkt, das für Sicherheit steht. Und da werden wir sicherlich noch einiges an Aufklärungsarbeit zu tun haben. Weil natürlich, beim Fahrrad sehen wir in den Unfallzahlen dass bei einigen, sagen wir bei einem Viertel der Unfälle spielt die Bremse eine Rolle. [23.0s] Gerade die Fahrer die vielleicht nicht so geübt sind und mit der Vorderrad bremse nicht so die Erfahrung haben gerade in kritischen Situationen. Noch. Einiges an Aufklärungsarbeit. Da sind wir auch gerade dran. Aber es ist für uns ein ganz ganz wichtiges Thema wir werden dranbleiben und werden das weiter mit den Fahrradhersteller umsetzen und auch für die Zukunft weiterentwickeln.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 02:27] Wird es dann auch Entwicklungen so wie beim Auto Richtung Fahrwerk ESP zum Beispiel geben oder ABS am Hinterrad? Arbeiten Sie da an solchen Punkten?

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 02:41] Dadurch dass wir eine Batterie und Elektronik jetzt am Elektrofahrrad haben, also Intelligenz an Bord, kann man sich natürlich vorstellen was man noch alles damit versorgen und ansteuern kann. [00:02:53]Aktives Fahrwerk gibt es schon. Wir stellen es ja hier auch vor auf der Eurobike. Die Firma Fox stellt ja Federgabel und Dampfer her, hat ein so genanntes E Lifevalve auf den Markt gebracht das aus unserem System versorgt wird. Es speist sich aus unserer Batterie und wird über unser bedienen Gerät über das UX angesteuert. Das heißt Sie können über die Fernsteuerung. Des ebike Systems Bildschirm das Fahrverhalten auswählen. Ein automatisches Mapping. Das ist natürlich erst einmal für den sportlichen Sektor gedacht. Das sind natürlich Technologien die man auch in anderen Bereichen sehen kann. [42.5s] Wenn Sie jetzt [00:03:38]ein Kanal oder zwei Kanal [1.1s] ansprechen dann sehen wir schon einen Unterschied zum Motorrad. Vor allem was die Fahrdynamik angeht, was das Gewicht des Fahrers zum Gewicht des Fahrzeugs angeht und auch die Schwerpunktslage. Und da Ist beim Fahrrad der Fokus ganz klar auf dem Vorderrad. Das Vorderrad zu stabilisieren. Hier wird die meiste Bremsleistung übertragen und das Hinterrad ist sehr schnell sehr leicht. Und wenn das Hinterrad zum Blockieren kommt ist es trotzdem unkritisch weil Sie ein blockierendes Hinterrad beim Fahrrad immer kontrollieren können. Sie haben ja fast keine Schräglagen wie beim Fahrradfahren. Wir fokussieren sehr sehr stark aufs Vorderrad, um das zu optimieren. [00:04:28]Je mehr Technologie sie ans Rad bringt desto komplexer wird es, desto teurer wird es auch. Und 90 Prozent der Fahrsituationen können sie mit einem sehr gut abgestimmten Fahrrad-ABS abdecken und das tun wir. [9.8s]

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 04:40] Jetzt ist es so Ich habe vor einer Weile habe ich bei der Recherche zu einem Reifen Luftdruck-System erfahren, dass in Autos seit 2014 glaube ich schon Luftdruck überprüfung vorgeschrieben ist. Und die dort auch häufig aus dem ABS gespeist werden. Können sie sich so was fürs Fahrrad auch vorstellen?

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 05:08] Ursprünglich hatte man ja auch bei den Autos mit einem Reifen Luftdruck Sensor gearbeitet. Den müssen Sie dann aber wieder elektrisch versorgen und mit Energie und da die Sensordaten einlesen. Und man ist dann den Weg gegangen und hat erkannt, ein Reifen mit weniger Luftdruck hat einen kleineren Radius damit ist die. Geschwindigkeit an den vier Rädern. Und damit können sie dann auch feststellen ob ein Rad Luft verliert. Das kann man sich bei einem Auto gut vorstellen. Sie haben vier Räder und wenn eins plausibel kleiner ist dann ist wohl der Luftdruck gesunken. Müsste ich mal nachschauen, ob es das beim Motorrad auch schon gibt, Vorderrad und Hinterrad. Beim Fahrrad wird es ein bisschen schwieriger. Kann ich mir durchaus vorstellen. Ob man das über die Drehzahl Quatsch über den Radiusunterschied dann entsprechend. Kann ich mir vorstellen.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 06:07] [00:06:07]Ich frag deshalb, weil weil das gerade so bei Stadträdern oder Alltagsrädern achten die Leute nicht auf den Luftdruck. [8.9s] Und so ein Rad fährt viel besser wenn es den richtigen Luftdruck hat das ist nicht unbedingt ein Sicherheitsaspekt bei einem Pedelec könnte ich mir schon vorstellen. Aber es wäre einfach was, was das Fahren erleichtert.

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 06:32] [00:06:32]Der falsche Luftdruck ist immer ein Sicherheitsaspekt gar keine Frage. Das ist entweder eine instabile Fahrsituation oder natürlich beim Fahrrad, was beim Auto nicht so kritisch ist, die Gefahr, den Reifen zu beschädigen und dann einen platten Reifen zu haben. Wenn sie über den Bordstein fahren oder über eine Bodenwelle kann man sich vorstellen das ist ja genau die Idee. Indem man, wo wir Energie und Intelligenz an Bord haben, können wir natürlich noch weitere Funktionen auch umsetzen. [28.1s]

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 07:08] Dann nehmen wir mal den Antrieb also. Später können wir das dann zusammenführen. Bei den Antrieben Da haben Sie ja jetzt hauptsächlich große starke Motoren mit immer größeren Akkus. Wie sehen Sie da die Entwicklung. Man sieht auf der Messe ja auch teilweise kleine Motoren, kleine Akkus. Wie. sehen Sie da die weitere Entwicklung.

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 07:40] Die weitere Entwicklung bei Antrieben und Batterien folgt letztendlich dem Anwendungszweck. Welche Fahrräder werden elektrifiziert und für welchen Anwendungsfall brauchen sie wie viel Leistung und wie viel Reichweite davon hängt es ab. [00:07:58]Da gibt es zwei Trends die gegenläufig sind: [2.9s] Der eine heißt, Sie wünschen viel Unterstützungsleistung, weil sie entweder sportlich fahren und steile Anstiege, Berge hochfahren oder weil Sie mit dem Lastenfahrrad eine hohe Last transportieren, dann brauchen Sie viel Leistung. Heißt aber für eine gewisse Reichweite brauchen sie auch entsprechend Energiekapazitä, das heißt, einen großen Akku. Und dann gibt es den Gegentrend, der heißt, kürzere Strecken, flache Strecken, weniger Unterstützungsleistung. Dann können Sie den Motor kleiner machen und auch die Batterie kleiner weil sie ja weniger. Weniger Energie aus der Batterie. [00:08:36]Das sind zwei gegenläufige Trends und die haben beide ihre Berechtigung. [2.3s] Sie müssen sich immer überlegen, wenn Sie ein Fahrrad auslegen, für welchen Zielkunden. Wenn Sie jetzt sagen sie möchten klein leicht, integriert, dann müssen sie auch in Kauf nehmen dass sie weniger Antriebsleistung haben und weniger [00:08:54]Akkukapazität. Aktuell haben wir eine. Palette von Antrieben zwischen 40 Newtonmeter Anzugsmoment bis 75 Newtonmeter, das ist ja schon gestaffelt. Und dazu auch die korrespondierenden Batterien, 300 Wattstunden, 400 500 bis jetzt 625. Daraus können die Fahrradhersteller sehr modular, sowohl für den Anwendungsfall die richtige Kombination wählen, als auch für den Preispunkt. [30.7s] Ist natürlich wie immer, ist beim Auto auch so, wie viel Hubraum Zylinder in dem Auto bestimmt auch den Preispunkt. und so ist es beim Fahrrad ja genauso das heißt. Insofern sehen wir da sowohl einen Trend nach oben als nach unten wobe,i nach oben muss man ganz klar sagen: Wenn Sie jetzt noch einmal die Leistung vergrößern wollten, dann würde auch das Gewicht steigen und wir schauen eigentlich eher dass wir immer sehr sehr effizient sind bei der Ausnutzung von Bauraum und Gewicht. Und wir sehen keinen größeren Bedarf mehr, die Spitzenleistung beim Pedelec bis 25 km zu steigern. Insofern sehe ich da auch so eine natürliche Grenze. Bei der Kapazität ist es natürlich so, wir sind jetzt mit 625 Watt noch nochmal einen Schritt weitergegangen, weil es eine Komfortfrage ist. Sie können natürlich jeden Tag nachladen oder sie können den zweiten Akku mitnehmen. Aber es ist auch eine Komfortfrage zu sagen, wie beim Auto, ich tanke einmal die Woche ich möchte auch. Wenn ich Pendle mit dem Rad nur einmal die Woche meinen Akku laden. Hat beides seine Berechtigung.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 10:40] Aber bei Bosch wird jetzt nicht an einem kleineren Motor zum Beispiel, der Tretlager sitzt oder so gearbeitet oder. Der Mittelmotor ist ja gesetzt wahrscheinlich bei Bosch oder?

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 10:54] [00:10:54]Der Mittelmotor ist bei uns gesetzt, weil es der effizienteste Motor ist. In dem Moment wo sie auf den Radnabenmotor gehen, haben sie eindeutig nachweisbare Nachteile im Wirkungsgrad. [10.8s] Der Radnabenmotor hat seine Berechtigung in der Stadt und auf der Ebene, wenn sie wenig Ansprüche auf Leistung Reichweite und thermische Stabilität haben. [00:11:16]Deswegen bleiben wir auch beim Mittelmotor. Und den werden wir in verschiedenen Bauformen und Leistungen anbieten. Und da muss man immer anschauen, welches Segment entwickelt sich gerade. Gibts da noch eine Nische oder gibts da noch ein weiteres Segment. [15.4s] E-Mountainbike-Antriebe gab es vor fünf sechs Jahren auch nicht. Wir haben mit dem Performance CX eigentlich den ersten leistungsfähigen Antriebe entwickelt, den man auch wirklich im sportlichen Bereich anwenden kann und haben jetzt mit dem neuen Performance CX mit 25 Prozent weniger Gewicht bei gleicher Spitzenleistung und viel höherer Fahrdynamik also Beschleunigung Durchsetzungsvermögen thermische Stabilität nochmal ein draufgesetzt ohne, dass wir nominell auf dem Datenblatt die Leistung erhöhen mussten, haben sie trotzdem eine ganz andere Fahrdynamik, wenn Sie diese beiden Motoren im Vergleich fahren. Man kann alleine aus der Optimierung, die wir technologisch in unserer Entwicklung beherrschen schon sehr sehr viel rausholen.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 12:22] Bei den Akkus. Mit der Größe Aber. Sind eigentlich prinzipiell so Akkutauschsysteme eine Möglichkeit. Manche Händler verleihen ja zum Beispiel auch Akkus. Für Urlaubsreisen. Andere Systeme wie sie zum Beispiel bei Rollern praktiziert werden, sehen Sie da eine Möglichkeit für die Zukunft ob sich so etwas ergibt.

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 12:53] Das kommt immer auf den Anwendungsfall an. Wo sie es häufig sehen. Gerade im Bereich Tourismus. Und die Konzepte gibt es schon länger. Da macht es Sinn wenn sie sich ein Rad leichen. Oder sie fahren in Urlaub und leihen sich einen Akku vor Ort. Oder gerade bei Flugreisen Sie möchten IV Rad mitnehmen im Flugzeug dann ist der Akku leider nicht möglich weil es Gefahrgut ist. Dann können sie aber vor Ort den Akku dazu leihen. Diese Konzepte gibt es auch schon. Und das gibt's heute und ist immer eine Frage. Ob es dann eine kommerzielle Anwendung ist von einem Anbieter. Der das dann auch in größerem Stil in einer Region anwenden kann. Oder ob sie es für ihr privat genutztes Fahrrad anwenden würden. Da muss man natürlich auch die Batterie. Und die Batteriealterung über der Zeit und über den Lade-Entladezyklen anschauen und wenn sie eine neue Batterie abgeben würden und kriegen eine gebrauchte zurück und haben dadurch eine reduzierte Reichweite weil die Batterie schon drei Jahre alt ist, würden Sie als Kunde akzeptieren. [00:14:02]So etwas geht meines Erachtens nur in einem kommerziellen Geschäftsmodell. [4.1s]

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 14:08] Da dachte ich eigentlich auch eher dran. Also quasi wie eine Art Leihen oder für Flotten zum Beispiel.

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 14:17] Kann ich es mir auch gut vorstellen.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 14:19] Und da wären sie auch dabei als Hersteller.

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 14:22] Wir sind ja ein industrieller Hersteller Wir verkaufen dann an diese Anbieter und werden zu unseren Anbieter kommen und sagen Ich kaufe X Fahrräder und dazu noch einmal Y Batterien. Natürlich.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 14:54] Ich habe gelesen dass. Das Bosch einen Kinderwagen mit Elektroantrieb rausbringt. Haben Sie da was mit zu tun.

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 15:04] [00:15:04]Da sind unsere Kollegen. Die kennen wir gut. Haben wir jetzt aber hier nichts zu tun. Wir haben uns bei Bosch so aufgestellt dass wir für die verschiedenen Anwendungsbereiche verschiedene Geschäftsfelder und einzelne Geschäftseinheiten haben. Wir wurden vor zehn Jahren gegründet für den Geschäftszweig Fahrrad. Daneben gibt es eine Geschäftseinheit, die machen Motorräder und alles was man mit dem Zweirad mit dem Gasgriff ansteuert. Jetzt gibt's ein neues Startup, die kümmern sich um Anwendungen unterhalb des Fahrrad also Micromobilität. Die kamen auf die Idee dass man das Prinzip. Des Pedelecs auf den Kinderwagen übertragen kann. Also bioelektrischer Hybrid: sie schieben den Kinderwagen und der Kinderwagen merkt, dass Sie schieben und unterstützt. [53.0s] Das sind Kollegen aus einem anderen Geschäftsbereich. Es ist eine interessante Anwendung. Wir wünschen Ihnen viel Glück. Und ich bin auch gespannt wie sich das ankomment in der Gesellschaft. Aber werden sie hier bei uns am Stand nicht finden, weil Kinderwagen werden auf der Eurobike nicht gehandelt.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 16:19] Ja wer weiß. Es gibt ja Kinderfahrzeuge für Kinder genug Kindertransport ist ja gängig. Wie sieht es denn überhaupt mit anderen Fahrzeugkonzept aus. Momentan sind sehr populär sind. Man weiß ja gar nicht so genau was demnächst so kommt sind Sie dann eine Sache die sie auch verfolgen. Oder sind es dann tatsächlich ihre Kollegen von dieser neuen Abteilung.

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 16:52] Das kommt immer darauf an. Wir beobachten natürlich in der Bosch-Gruppe sehr genau, welche verschiedenen Technologietrends und welche verschiedenen Anwendungstrends sich gerade ausprägen. Beobachten gerade was entsteht in der Elektromobilität bis zur Mikromobilität. Und da ist schon die Herausforderung Wie werden sich dann die Innenstädte in der Zukunft umgestalten nachdem sie die letzten 40, 50 Jahre rein aufs Auto gestaltet wurden und Verkehrsraum das Auto dominiert wird. Gibt es jetzt vielleicht eine Umverteilung von Verkehrsraum hin zu. Mobilitätsträgern, die weniger Platzbedarf haben. Eben Einspurfahrzeuger wie das Fahrrad oder den elektrischen Tretroller. Wie weit er sich durchsetzt können wir natürlich alle nicht absehen aber man sollte ihm in der Öffentlichkeit und im Verkehrsraum einfach mehr und mehr Platz zugestehen, was man jetzt einfach 40 Jahre im Auto zugestanden hat. Und dann muss man schauen wie teilt man Verkehrsraum auf: Auto Motorrad, Fahrrad, Tretroller und zu Fuß gehen hat alles seine Berechtigung. Und insofern finde ich die kritische Diskussion um den elektrischen Tretroller in Deutschland fragwürdig. Warum muss man so einen jungen Trend. Warum gibt man ihm nicht eine Chance und gibt ihnen auch den Raum. Für uns, wenn Sie die Frage auf uns beziehen, Bosch E-Bike-Systems, wir konzentrieren uns auf Rad Anwendungen also alles was man mit der Tretkurbel antreiben kann. Und damit sind wir in der guten Branche, das Fahrradfahren als Trend sieht. Wir schauen was links und rechts von uns passiert diskutieren auch im Verband aber aktuell gehen wir da nicht mit Produkten rein.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 18:46] Aber das wäre unter Umständen was für die Kinderwagen Abteilung.

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 18:51] Das könnte sein. Müsste ich mal fragen ob sie das schon tun. Da kann ich Ihnen ehrlich gar nicht beantworten.

Claus Fleischer [00:

Claus Fleischer [00: Was ja viel viel viel.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 19:02] Viel an der Technik der Software. Gibts da einen Prozentsatz den man benennen kann wie viel das ausmacht.

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 19:13] Ein Prozentsatz. Wie viel das ausmacht, ist schwer zu sagen. Man kann aber schon mal sagen Wir haben kein Produkt das ohne Software funktioniert. Wir haben als E-Bike-System ein komplettes System bei dem wir Antrieb, Batterie, Steuereinheit, das Fahrrad Display, die Fernbedienung. In einem System Verbund betreiben. Und da ist natürlich eine Systemsoftware die die Komponenten-Software miteinander verbindet. Insofern hat jedes Produkt bei uns Software. Dazu kommt dann noch ein Diagnose-System mit dem man das ganze System programmieren kann also der Hersteller programmieren die Parameter aufspielen. Der Händler wenn Sie Ihr Fahrer zum Service bringen dann entsprechend auch Diagnose anschließ kann, Fehler-Codes auslesen kann Software-Updates aufspielen kann. Sie können natürlich sagen 100 Prozent aller unserer Produkte haben Software. Wie groß der Anteil ist ist schwer zu sagen. Aber in den.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 20:19] Aber. Was mich was mich eigentlich interessiert: Sie sammeln ja da. Sie hjaben wir da potenziell die Möglichkeit recht viel Daten zu sammeln. Was kommt denn so von den Fahrrädern zu ihnen. Fahrdaten. Können Sie zum Beispiel sehen. Fahrmodi die Leute häufig nutzen und welche nicht.

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 20:46] [00:20:46]Ja das kann sogar der Fahrradfahrer sehen weil wir eben das auswerten. Das heißt wenn sie mit ihrem Rad zum Händler gehen, kann der Händler ein Protokoll erstellen und im Protokoll ist dann aufgelistet wie oft sind Sie in welchem Modus gefahren. Und dann kriegen Sie sicher auch mal die Rückmeldung zu ihrem eigenen Nutzerverhalten. [18.4s] Das wird im System gespeichert, im Antrieb und in der Batterie und Diagnose Protokoll reinschauen. [00:21:14]Das ist eine wichtige Information für sie selbst aber auch für den Händler aber auch für uns. Und für uns natürlich hilfreich, um auch die Produkte weiterzuentwickeln genauer wissen wie sie eigentlich in der Realität angewendet werden. [11.2s]

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 21:27] Gibt es eigentlich irgendwie als Benutzer. Gebe ich da irgendwelche – nicht dass ich jetzt paranoid bin – Gebe ich da irgendwelche Rechte an den Daten frei. Wie funktioniert das?

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 21:44] Das funktioniert konform der GDPR, der europäischen Datenschutzgrundverordnung. Das Ist natürlich alles entsprechend der Datenschutz-Grundverordnung entwickelt und auch entsprechend dokumentiert und wird dann auch in der Bedienungsanleitung und über Zustimmungserklärungen geregelt. Das ist alles sehr sehr transparent. Sie geben keine Rechte ab, weil die Datenschutz-Grundverordnung sagen die Daten gehören dem, der sie erzeugt. Und wir als Anbieter des Produktes helfen ihnen überhaupt, Zugang zu den Daten zu haben, weil Sie kommen an die Daten ja nicht ran. Wir helfen Ihnen eigentlich über das Diagnosegerät, die Daten erst sichtbar zu machen weil die können ja in die Batterie nicht reingucken oder in den Antrieb. [00:22:29]Das ist quasi die Vereinbarung die wir eingehen mit Ihnen als Kunden zu sagen: erzeugte Daten oder Sie erzeugen die Daten Sie möchten die Daten sehen dann müssen sie uns aber gestatten dass wir sie überhaupt erzeugen und ihnen dann ausdrucken. Sie können es nicht. Das ist im Prinzip die Vereinbarung und da gibt es klare Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung und die halten wir natürlich ein. [20.1s]

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 22:49] Und dann bin ich selbst neugierig bin oder zum Beispiel mein Rad sportlich nutze. Da kann ich ja auf Daten wie kann ich meine eigene Kraft zum Beispiel rauskriegen und Trittfrequenz und alls?

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 23:06] Wir haben ja. Alles. Wir haben ja zwei Bediengeräte, die ihnen sehr viel Informationen geben auch über Ihre Fahrleistungen und auch über ihre Fitness Das eine ist Nyon. Das war der erste voll integrierte Computer mit Navigation Fitness und Connectivity mit einer App, mit einem Portal. Jetzt seit letztem Jahr Kiox. Und Kiox kommt auch mit einer App. Da sehen Sie in dem Display während Sie fahren ihre aktuelle Leistung und die Kadenz, also die Trittgeschwindigkeit an der Kurbel. Das können Sie in Echtzeit auf dem Display ablesen und dann sehen sie, oh ich fahr jetzt mit 150 Watt und 75 Kurbelumdrehungen pro Minute. Das wird natürlich dann auch im System gespeichert und das können sie hinterher unter den Tripp-Daten auslesen könnte ich das auswerten lassen.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 24:01] Das kann ich dann auch an Strava schicken oder an komoot.

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 24:03] Das wird auch dann, wenn Die Accounts werden dann verknüpft und dann können sie die Daten austauschen. Wenn sie das Interesse haben da würde ich sie zu einem Kollegen vermitteln der ihnen zeigen kann wie das funktioniert.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 24:18] Ich habe es am Nyon hab ich hab ich heute Vormittag mal da, da hab ich die komoot-Integration zum Beispiel gesehen. Das ist relativ neu, oder? Jetzt.

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 24:30] Die komoot-Integration haben wir jetzt gerade vorgestellt. Und das ist natürlich spannend für Fahrradfahrer die sagen Ich möchte meine Routenplanung komoot machen aber ich möchte sie mit dem Nyon abfahren. Also haben wir mit komoot eine Kooperation und haben quasie unsere beiden Lösungen integriert. Und damit können sie auch die Kunerts Accounts miteinander verknüpfen. Und können dann quasi das Beste aus beiden Welten nutzen. Und können dann die in komoot geplante Tour im Nyon fahren.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 24:58] Gibt es für andere Systeme auch? Andere Anbieter mehr Anwendungen.

Hans Dorsch [00:

Claus Fleischer [00: 25:07] Ich schließe nicht aus dass es zukünftig noch andere gibt, aber komoot ist jetzt gerade im deutschsprachigen Bereich der, der am häufigsten benutzt wird bei den E-Bike-Fahrern und man sieht natürlich auch so die Nutzungshäufigkeit. Ich schließe nicht aus dass es andere noch geben wird. Aber komoot ist aktuell, was soo die Rückmeldung der Radfahrer ist eine der gängigen Applikationen dafür.

Claus Fleischer [00:

Hans Dorsch [00: 25:36] Das heißt da kann man auch konkret Fragen an Bosch könnt ihr nicht komoot integrieren.

Hans Dorsch [00:

Hans Dorsch [00: [00:25:44]Die Fragen kamen von Nyon-Nutzern, die kamen von komoot, die haben wir uns selbst gestellt. [5.7s] Und da muss man erst einmal testen, ist das eine Technologie das muss , jetzt sind wir bei Software – das muss ja auch entwickelt werden. Das heißt Sie brauchen eine Produktidee, Sie brauchen eine Spezifikation, Sie brauchen Entwickler, müssen sich mit der Datenschutzgrundverordnung beschäftigen, sie brauchen Rechtsanwälte. Das ist schon ein Projekt, da brauchen sie Vorlaufzeit, Budget und Ressourcen das muss schon gut überlegt sein. Das haben wir getan und das kommt gut an.

Hans Dorsch [00: