Cyclingworld 2026 live – Schön unterwegs, Radfahren zwischen Leidenschaft und Alltag – 2020
Shownotes
Hans und Thomas waren live auf der Cyclingworld 2026 und fragten sich:
Warum fühlt sich Radfahren für viele immer noch wie Sport an – und nicht wie ein selbstverständlicher Teil des Alltags?
Mit Annalena Horsch (Coboc) und Wilhelm Beermann (Amity Jackets) sprechen sie darüber, welche Rolle das Design bei Kleidung und Fahrzeug spielt – und was sich ändern muss, damit Radfahren im Alltag wirklich ankommt.
Hans und Thomas waren live auf der Cyclingworld 2026 und fragten sich:
Warum fühlt sich Radfahren für viele immer noch wie Sport an – und nicht wie ein selbstverständlicher Teil des Alltags?
Mit Annalena Horsch (Coboc) und Wilhelm Beermann (Amity Jackets) sprechen sie darüber, welche Rolle das Design bei Kleidung und Fahrzeug spielt – und was sich ändern muss, damit Radfahren im Alltag wirklich ankommt.
Hans und Thomas waren live auf der Cyclingworld 2026 und fragten sich:
Warum fühlt sich Radfahren für viele immer noch wie Sport an – und nicht wie ein selbstverständlicher Teil des Alltags?
Mit Annalena Horsch (Coboc) und Wilhelm Beermann (Amity Jackets) sprechen sie darüber, welche Rolle das Design bei Kleidung und Fahrzeug spielt – und was sich ändern muss, damit Radfahren im Alltag wirklich ankommt.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Intro und Vorstellung
00:00:00: Annalena Horsch: Und wenn man dann aber klar als Geschäftsführerin von Coboc im Alltag auch generell Fahrrad fährt und da mal ein Regen kommt, muss ich sagen, ey, fuck it, es ist nicht schlimm. Dann werde ich halt kurz nass, dann komme ich halt an, ich trockle auch wieder.
00:00:14: Wilhelm Beermann: Ich sagte, ich möchte einen Sakko anziehen und einen Mantel anziehen, der funktional ist, aber der nicht direkt als Regenbekleidung ist. Und dann habe ich gesagt, Mensch, ich habe ja ein bisschen Geschmack wir haben ein gutes Schnittbüro und haben dann gesagt, aus der Ware mache ich mir mal einen Sakko.
00:00:34: Annalena Horsch: Dieses erste Produkt, unser E-Cycle, halt radikal reduziert. Kein Licht, kein Schutzblech kein Gepäckträger, keine Gangschaltung, da war gar nichts dran. dann haben wir die ersten davon verkauft Und dann kamen die ja auch irgendwann zum Service und zur Wartung wieder zu uns in die Werkstatt. dann haben wir die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, weil die Leute hatten die Frechheit, da Schutzbleche dran zu stecken und da Lichter drauf zu pfriemeln.
00:01:01: Hans Dorsch: Unser zweiter Panel heute. Nennen ihn schön unterwegs, Radfahren zwischen Leidenschaft und Alltag und ich bin gespannt, wo er uns hinführt heute. Wir haben zwei super interessante Gäste. Wir haben Annalena Horsch, Geschäftsführerin von Coboc und wir haben Wilhelm Beermann, Geschäftsführer
00:01:22: Hans Dorsch: von Amity Jackets. haben... interessantes Imageproblem. Viele Menschen würden eigentlich gerne Rad fahren, haben wir bemerkt aber haben manchmal das Gefühl, dass sie die falsche Kleidung tragen, nass werden oder irgendwie komisch aussehen.
00:01:40: Einführung: Das Imageproblem des Radfahrens
00:01:40: Hans Dorsch: Ich gucke mich mal kurz um. Im Publikum hat jemand heute sich umgezogen um hierher zu fahren, spezielle Kleidung angezogen Ah, dann sind wir da eigentlich schon auf dem richtigen Weg. Ja
00:01:53: Wilhelm Beermann: das
00:01:54: Hans Dorsch: ist gut. kurz zu dir, zu den Coboc-Bikes. Ihr seid ja quasi die OG, die Erfinder des Light-E-Bikes Das
00:02:04: Annalena Horsch: ist sehr schön gesagt.
00:02:06: Thomas Dorsch: Also, kann man schon so sagen, oder?
00:02:10: Annalena Horsch: Ja.
00:02:11: Thomas Dorsch: Die sehen... Vielleicht erzählst du kurz mal was zu den Coboc E-Bikes, wie die sich entwickelt haben.
00:02:22: Annalena Horsch: Ja, mache ich sehr gerne. Genau, wir sind die Firma Coboc aus Heidelberg und entwickeln und produzieren seit mittlerweile 15 Jahren besonders leichte, schöne, vollintegrierte E-Bikes. Und das ging los, als unser Gründer David während seines Physikstudiums Fahrradkurier gefahren ist. Und dann genau diese Art, diesen Stil von Fixie-Bike. Der ja eigentlich total unpraktisch und unvernünftig ist für den 0815 Radfahrer, aber diesen Stil zu übertragen aufs E-Bike. Und wenn wir jetzt 15 Jahre zurückdenken, dann waren E-Bikes ja klobig, altmodisch, waren verrufen nur was für alte Menschen, oft waren die Akkus auch einfach drangeflanscht. An den Rahmen oder auf dem Gepäckträger. Und in dieser Zeit, in dieser Phase hat eben David damals mit Studienkollegen gemeinsam einen kompletten Gegenentwurf entwickelt, dafür auch ein eigenes elektrisches Antriebssystem erfunden. Weil es einfach nichts, also aus unserer Sicht, Vernünftiges am Markt gab. Und hat dann 2013 auf der Eurobike das erste Coboc E-Cycle präsentiert. Voll integriert, 13,5 Kilogramm leicht, schlank sah aus wie ein Fahrrad. Und er hat dann auch direkt den Gold Award gewonnen. Das war die Geburtsstunde für die Firma Coboc, weil wir da realisiert haben, wow, wir haben irgendwie einen Nerv getroffen. Und die Leute stehen auch auf diese Art von E-Bike. Was Puristisches, was Minimalistisches. Und das war quasi die Geburtsstunde für Coboc, wie wir es heute kennen. Von diesem ersten Produkt aus sind wir gestartet und haben uns, muss man jetzt ja dann, über die Jahre entwickelt man sich ja auch weiter, haben uns aus dieser Nische raus mittlerweile voll etabliert im Markt für leichte E-Bikes im City- und Trekking-Bereich.
00:04:21: Thomas Dorsch: Ja, bei dir Wilhelm, das war eine ähnliche Zeit, oder?
00:04:24: Amity Jackets: Funktionale Stadtmode fürs Rad
00:04:24: Wilhelm Beermann: Ich wollte gerade sagen, das ist eigentlich ziemlich passend zu uns, wobei wir wesentlich kleiner sind, die Firma Amity. Es ist so dass ich auch vor 15, 17 Jahren die Idee hatte, dass ich als Modehersteller Der immer zum Büro gefahren ist, immer 12, 18 Kilometer sogar am Tag. Da Ich sagte ich möchte einen Sakko anziehen und einen Mantel anziehen, der funktional ist, aber der nicht direkt als Regenbekleidung erkennbar ist. Und dann habe ich gesagt, Mensch, ich habe ja ein bisschen Geschmack wir haben ein gutes Schnittbüro Schnittbüro und haben dann gesagt, Mensch, wir machen mal aus der EtaProof-Baumwolle, die reine Baumwolle ist. Wie heißt
00:05:08: Thomas Dorsch: die?
00:05:08: Wilhelm Beermann: EtaProof das ein Hersteller in der Schweiz. Das ist der einzige Hersteller, der so feine Garne weben kann, dass kein Wasser eindringt. Also die Baumwolle ist eine super nachhaltige Ware, die absolut funktional ist. Winddicht, wasserdicht, also drei Stunden voll wasserdicht sagen wir so, und absolut... Luftdurchlässig also atmungsaktiv. Ja, auf jeden Fall hatte ich gedacht, Mensch, aus der Ware mache ich mir mal einen Sakko. Und so ging das an, ähnlich wie bei deinem Inhaber bei deinem Chef oder bei dem Gründer von Cobot. Ich mache erstmal was für mich selber, auch für meinen Geschäftspartner. Und dann ging das so ein bisschen los, dass der eine Freund sagte, Mensch, ich möchte das Sakko kaufen. Und dann habe ich gesagt, ich kann nicht nur Einzelbestellungen machen, weil das kostet nichts. Also es ist nicht bezahlbar. Und dann haben wir gesagt, Mensch, das ist eine gute Idee. Wir haben noch diese Reflektoren eingebaut, die schön versteckbar sind, aber dann auch wieder unsichtbar. Und so haben wir gesagt, Mensch, wir machen die Fahrradbekleidung, ohne dass es als Fahrradbekleidung erkennbar ist. Ähnlich wie bei dem Pobock, dass es ein E-Bike ist, ohne dass es auf den ersten Blick als E-Bike erkennbar ist. Ja, das passt ungefähr auch von dem Jahrging. Also das passt ungefähr. Das ist schön. Ja
00:06:41: Annalena Horsch: freut mich auch.
00:06:41: Thomas Dorsch: Jetzt habe ich dich übergangen, aber mach einfach mal weiter, dann kannst du später weiterfragen.
00:06:47: Gorpcore & der Trend zur Outdoor-Mode
00:06:47: Thomas Dorsch: Es gibt nämlich seit einer Weile noch so einen interessanten, ich würde ihn nicht gegen Trend nehmen, aber es gibt einen Trend in der Mode auch. jüngeren Menschen, Gen Z, Millennials, das ist so, es gibt einen Begriff der nennt sich Corp also das ist quasi Outdoor-Mode oder Outdoor-Bekleidung, die selbstbewusst oder als Fashion-Statement auf der Straße getragen wird. Jetzt habe ich mir überlegt, also die bekommt Lifestyle-Charakter und ich habe mir überlegt, könnt ihr das feststellen, irgendwie so eine Bewegung dass dieses sportliche Outdoor-mäßige den Leuten dazu hilft, sich dem Fahrrad wohlzufühlen?
00:07:38: Wilhelm Beermann: Also, wenn ich jetzt von Seiten der Mode das sagen kann, dann ist das ganz klar der Trend. Also, man hat ja, alle Börsenmakler haben eine Patagonia-Weste an in Amerika. Genau, sagen wir mal, so trage ich auch unsere Ware. Ich habe eine Leichtdaune drunter also bei kühlen Temperaturen habe dieses Zwiebelprinzip und habe dann aber die winddichte, das winddichte Ether-Proven-Material als Jackett oder als Parka oder als Mantel an. Und es ist ja so, dass auch die ganzen E-Bike-Fahrer ihr habt ja irgendwo den Punkt nachher in Sport, Fahrrad ist Sport, die E-Bike-Fahrer, die sehen sich vielleicht nicht als Sportler, aber die sind sportiv. Und fashionable auch. Also das passt so. Eigentlich passt das voll in die urbane Zeit, in die Pendlerzeit, dass man Städtereisen machen kann, dass man mit dem Rad zur Arbeit fährt, dass der E-Bike sicherlich unterstützt, dass man nicht durchgeschwitzt ankommt an der Arbeit und sofort duschen muss. Das ist eine super Synergie die auch, glaube ich, immer weiter Fuß fassen wird.
00:08:48: Annalena Horsch: Ich würde es unterstreichen. Ich glaube auch, dass generell der Trend der Mode in der Gesellschaft immer legerer wird. Also die Jobs, wo man noch die Krawatte braucht, werden immer seltener Selbst unsere Banker kommen mit Sneakers zum Termin. Und entsprechend ist das glaube ich generell ein Trend, wo die Menschen auch ein Stück weit mehr Komfort in ihrem Alltag suchen und wenn ich erstmal die komfortable Kleidung habe, mit der ich dann auch vom Bewegungsradius Freiheitsgrad, den ich habe, alles machen kann, ist das natürlich auch wieder einfacher aufs Fahrrad zu steigen, wohingegen ich im klassischen strengen Anzug mit Krawatte vielleicht doch eher das Auto nehme, weil ich mir dann die Hose nicht versauen will und so weiter.
00:09:32: Thomas Dorsch: Wobei, diese, was du sagst mit dem Sakko, das ist ja was, was sich immer noch oder vielleicht auch wieder verstärkt hält und gut funktioniert. Ich weiß nicht, ob nur bei Männern oder bei Frauen, wie das ist. Also mittlerweile ja gern mit einer Jeans kombiniert oder auch mit einer weiteren Hose oder sowas. Und da ist ja so... Und dass man sich vielleicht morgens nicht unbedingt überlegen will, was ziehe ich denn an, sondern ich ziehe einfach das an, was mir gefällt und was passt und damit will ich losgehen. gibt es Panormal, eine dänische Firma, die sehr stark und sehr populär im Rennradsektor ist. Eine hochpreisige, sehr designaffine Marke Die haben jetzt eine Kollektion rausgebracht für den Alltag oder für danach. Wie sie es genau meinen, weiß ich nicht, aber es ist zum Beispiel auch ein Rock dabei. kann man mit Rock am Coboc fahren? Habt
00:10:36: Wilhelm Beermann: ihr da eine
00:10:37: Annalena Horsch: Idee?
00:10:38: Wilhelm Beermann: Ja
00:10:38: Annalena Horsch: kann man.
00:10:40: Thomas Dorsch: Das ist aber ein Punkt, über den wir uns auch Gedanken gemacht haben. Fahrrad selbst, Welche Stellschrauben gibt es, Sitzposition, Komfort Bedienung, gibt es da irgendwas, wo ihr auch drauf achtet oder guckt ihr da nach?
00:10:54: Annalena Horsch: Ja, natürlich gucken wir auf Funktionalität, auf Komfort, wobei das jetzt bei der E-Bike-Entwicklung typischerweise über die reine Klamotte hinausgeht. Wenn wir es jetzt nur auf die Kleidung mal versuchen zu fokussieren runterzubrechen, hast du die Stichworte eigentlich genannt Sitzposition spielt eine Rolle, dadurch beeinflusse ich ja, wie mein Rücken gespannt ist. Ihr kennt das alle, ihr habt vielleicht mal eine... Klamotten gehabt und die habt ihr reingepasst und dann zieht ihr die irgendwann an und dann streckt ihr euch nach vorne und dann spannt das am Rücken am Oberarm. Das können wir natürlich durch die Sitzposition auch im Fahrrad beeinflussen. Genauso auch die Frage Richtung der Hose Kette Riemen, Kettenschutz, also welche Art Kleidung, wie hoch ist die Gefahr am Ende auch, dass sich da was verheddert, dass ich mir auch einfach was dreckig mache oder was versaue. gibt es Hebel. Wobei bei der E-Bike-Entwicklung to be fair die Mode und die Frage, ob ich da jetzt auch mit dem Rock drauf sitze oder nicht, nicht die erste ist, die wir uns stellen.
00:11:58: Wilhelm Beermann: Aber dafür machen wir uns ja Gedanken, in der Amity-Mode weil wie man sieht, ich habe Bewegungsfreiheiten, ich habe an die Fahrradfahrer gedacht, weil ich fahre wie gesagt, ich bin früher jeden Tag um die 30 Kilometer 35 Kilometer zum Büro gefahren, da kommt man durch alle Wetter, da war für mich ganz klar der Oberstoff muss. Funktionabel sein, die Passform muss funktionabel sein und Reflektoren müssen unbedingt da sein, weil ich bin auch einmal umgefahren worden von einem Auto, aber ich hatte Glück, also ist nichts passiert. Aber das waren diese drei wichtigen Dinge für mich und ich möchte auch noch gut aussehen, sondern
00:12:38: Thomas Dorsch: gut
00:12:39: Wilhelm Beermann: gekleidet sein, sag ich mal so. Mich
00:12:41: Thomas Dorsch: wohlfühlen
00:12:42: Wilhelm Beermann: Mich wohlfühlen und auch, sag ich mal, ähm... Dass ich auch zum Marktplatz fahren kann und dann auf einmal auch ein Weinchen trinken kann. Nicht so viel, aber wenn es dann dunkel ist, also man fühlt sich immer wohl in dem,
00:12:56: Annalena Horsch: was
00:12:57: Wilhelm Beermann: wir herstellen im Jackenbereich, Jacken und Mantelbereich. Man ist nie oberdresst aber man kann sich überall sehen lassen. Das ist so für mich die...
00:13:06: Annalena Horsch: Ja, es gibt glaube ich, zwei Sprichwörter die ganz gut passen. Das eine ist ja das britische, es gibt kein schlechtes Wetter nur die falsche Kleidung. Und das zweite ist, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Das heißt, wenn man sich erstmal in diesen Fahrradkosmos hineinbegibt und sagt, okay, ich habe eigentlich Lust, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, dann findet man auch relativ schnell Anbieter wie Amity Jackets. Die Lösungen haben, weil wir sind ja, mein Fahrrad gibt es seit 200 Jahren, ist nicht so, dass wir uns erst heute mit der Frage beschäftigen was ziehe ich eigentlich an, wenn ich mich da drauf setze. Also wo ein Wille ist, ist auch ein Weg Wer sich erstmal tiefer mit der Fahrradbranche beschäftigt wird relativ schnell viele, viele tolle Produkte finden können, entdecken können, die auch wirklich Lösungen bieten auf die Probleme.
00:13:50: Fahrradfreundliche Schnittführung & Design
00:13:50: Thomas Dorsch: Da habe ich noch, du hattest es ja erwähnt Wilhelm, stark unterscheidet sich der Schnitt von einem normalen Jackett, um sich bewegen zu können, aber man sieht es ja nicht, man soll es ja nicht sehen, man will ja nicht. Dann kommt er wieder mit seiner Fahrradjacke. Richtig.
00:14:08: Wilhelm Beermann: Das ist durch die Schnittführung bei uns gemacht, dass die Oberarme ein bisschen weiter sind. Aber hinten im Rücken haben wir eine verschließbare Reißverschlusslösung. Wenn man den Arm nach vorne streckt Wird der Rücken ja rund und dadurch kommen dann Bewegungsfalten, die wir mit Reflektoren besetzt haben, dass man auch von der Seite erkannt wird vom Auto. Und so ist alles, sage ich mal, beim Mantel mit einer anderen Lösung. Aber wir haben immer daran gedacht, dass die Arme vorsteckbar sind. Wir haben auch die Ärmel sicherlich zwei Zentimeter länger gemacht, als wenn es keine Fahrradkleidung wäre, weil wir einfach sagen, wenn sie zu lang sind, kann man sie kürzen. Wenn ein Ärmel zu kurz ist, ist er zu kurz.
00:14:56: Thomas Dorsch: Ja, ich habe lange Arme, ich habe das Problem, immer zu kurz. Aber ja, letztendlich soll es ja eine Klamotte sein, die man einfach gern anzieht.
00:15:09: Wilhelm Beermann: Ziehen
00:15:09: Thomas Dorsch: es nur Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer an? Ich weiß nicht, habt ihr einen Store? Wir
00:15:15: Wilhelm Beermann: haben einen Online-Store, wir haben einige Fachhändler, die uns vertreiben. Und es sind aber sehr viele im großen Bekanntenkreis erstmal, die sagen, ich fahre ja gar kein Fahrrad. Das ist noch das Problem, Amity Jackets größer oder ich sag mal bekannter zu machen, weil uns fällt nicht ein, was man unter welcher Schublade man gesucht werden kann. Wenn ich sage Fahrradjacke, dann ist das besetzt mit Trikots oder mit... Mit irgendwelchen fahrradspezifischen Geschichten. Wir haben ja urbane Mode, die für Fahrradfahrer konzipiert wurde, die aber auch für Hundeführer oder beim Hundegassi gehen. Also die Alltagsmode. Aber mit der zusätzlichen Funktion für Fahrräder, für die Passform von den Fahrradfahrern. Und das ist halt, sag ich mal, warum ich auch gerne zu eurer Einladung gekommen bin. Das ist noch so dieses Problem, um bekannt zu werden. Weil wer sucht einen Fahrradsacko? Sucht keiner, weil es gibt die nicht. Also ich will jetzt sagen, es gibt überhaupt keine, aber es ist ein ganz seltenes Produkt.
00:16:37: Thomas Dorsch: Das ist eigentlich ein ganz guter Anknüpfungspunkt Du sagst ihr verkauft Jacken und Mäntel zum Radfahren und ihr seid dadurch festgelegt von außen und ihr habt E-Bikes, also Fahrräder und seid dadurch auch festgelegt. Also weil eigentlich seid ihr ja ein Fortbewegungsmittel. siehst du noch Möglichkeiten, am Rad was zu verändern in Richtung Alltagstauglichkeit? Zum Beispiel Wetterschutz. Gibt es irgendwas, was man am Rad besser machen kann?
00:17:15: Evolution des E-Bikes: Vom Purismus zur Alltagstauglichkeit
00:17:15: Annalena Horsch: Das ist ja ein kontinuierlicher Prozess. Also von Jahr zu Jahr zu Jahr ändern sich die Produkte, wobei ich sagen muss, nach 200 Jahren Fahrradgeschichte erfinden wir das Rad. Erstmal nicht mehr neu. Wir haben es aber bei Cobok tatsächlich jetzt über die letzten 15 Jahre auch eigentlich genau in diesen Evolutionsschritten erlebt. Dieses erste Produkt, unser E-Cycle, war halt radikal reduziert. Kein Licht, kein Schutzblech kein Gepäckträger, keine Gangschaltung, da war gar nichts dran. Entsprechend war es ein wahnsinnig ansprechendes cooles Produkt. Und dann haben wir die ersten davon verkauft und dann kamen die ja auch irgendwann zum Service und zur Wartung wieder zu uns in die Werkstatt. Und dann haben wir die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, weil die Leute hatten die Frechheit, da Schutzbleche dran zu stecken und da Lichter drauf zu pfriemeln Unmöglich. Unmöglich Und da haben wir, es war am Anfang schon auch immer so ein sehr... Ideologischer Kampf im Team, muss man sagen, so zwischen was will ich eigentlich und wie verstehe ich ein geiles E-Bike und was ist für den Kunden wichtig. Und da haben wir über die letzten 15 Jahre extrem viel dazugelernt. Einerseits wirklich von der Unternehmensphilosophie entschieden, der Kunde steht im Zentrum, was die Entwicklung will, ist egal, weil es geht darum, dass die Bikes draußen möglichst gut funktionieren und in dem Kontext sind dann eben sukzessive Schutzbleche ab Werk ans Bike gekommen. Aber dann halt nicht irgendwelche sondern wieder eine optisch formschöne Lösung, im Zweifel auch eigenentwickelt, Gepäckträgerlösung selbst entwickelt, rücklicht, im Rahmen integriert und patentiert gab es so noch nicht, um dann wieder unseren Designanspruch. Umzusetzen im Zusammenspiel mit dem, was der Kunde braucht. Und von daher ist es ein kontinuierlicher Prozess Und das sehen wir ja nicht nur mit Blick auf Cobox, sondern auch mit Blick auf viele andere Hersteller am Markt, dass es sich sukzessive dahin dreht, was die Kunden brauchen. jetzt ganz konkret auf die Frage Regenschutz am Fahrrad einzugehen. Es gab ja, ihr erinnert euch vielleicht von BMW auch mal diese Versuche mit dem Motorrad, wo so ein Dach drüber war. ich es richtig weiß, ist das eingestellt worden, weil es dann irgendwo doch in relativ hartem Kontrast oder Konflikt miteinander steht. Also da muss ich mich schon entscheiden, ob ich Fahrrad fahren will oder in einem geschlossenen Raum.
00:19:42: Thomas Dorsch: Ja, also diese, egal ob es jetzt BMW ist, beim Motorroller damals, solche Konzepte gibt es ja auch von Fahrrädern. Ich weiß nicht, ob man es tatsächlich kaufen kann. Ich sehe hin und wieder mal auch umgebaute Sachen. Aber das ist ja... Wenn man ehrlich ist, so oft regnet es gar nicht und da muss man vielleicht einfach sagen, okay, dann gehe ich da durch, meine Klamotte kann es ab und ich wische den Sattel ab und fahre los.
00:20:13: Regenschutz & Alltagshemmschwellen
00:20:13: Annalena Horsch: Ja und wenn Wenn wir ehrlich sind, ist es auch nicht so schlimm, mal nass zu werden. Also ich hätte das selber, vor zehn Jahren hätte ich das nicht gesagt, weil ich komme, jetzt müssen wir gleich kurz ausholen, ich bin geboren auf einem Bauernhof, aufgewachsen außerhalb eines 60-Einwohner-Dorfs und da war… Das Auto, alles. Also alle fiebern drauf hin mit 15 Mofa mit 16 dann die 125er, mit 17 Führerschein damit man ab 18 dann sofort 18er Geburtstag loslegen kann. Es war Freiheit, es war aber immer nur Auto. Fahrrad ging da nicht, die Strecken waren zu weit. Das heißt, ich bin von meiner Kindheit, Jugend her überhaupt nicht fahrradgeprägt aufgewachsen. Und als ich dann so in die Städte Großstädte gezogen bin, habe ich Fahrrad auch erst mal schräg beäugt. Weil so dachte,. Wie ihr sagt,, was soll das denn? Einerseits irgendwie gefährlich Berlin, Großstadtverkehr, dann da mit dem Fahrrad zwischendurch, hö, müssen wir mal gucken, wie sich das so anfühlt aber auch Wetter. So, und wenn man dann aber klar als Geschäftsführerin von Coboc im Alltag auch sein Coboc-Bike fährt oder generell Fahrrad fährt und da mal ein Regen kommt, muss ich sagen, ey, fuck it, es ist nicht schlimm. Dann werde ich halt kurz nass, dann komme ich halt an, ich trockle auch wieder.
00:21:19: Fahrrad als Lebensgefühl & Entspannung
00:21:19: Wilhelm Beermann: Ja, und das Schöne ist gegenüber dem Auto, ich bin beides, ich bin Autofahrer und auch Fahrradfahrer. Ich hatte damals angefangen mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, weil ich einfach relaxed ankomme. Ich komme relaxt zur Arbeit und komme auch relaxt wieder nach Hause. Für mich war diese Stunde ungefähr, die ich gefahren bin, war das auch ein Wohlfühlfaktor. Weil damals, also zu der Zeit, fingen Handys nur immer an, dass es Probleme gab. Wenn damals so ein Handy ging, dann war immer irgendwie, wann liefert ihr endlich oder was auch immer, kamen ja irgendwelche Probleme. Und wenn ich auf dem Fahrrad war, hatte ich mein Handy aus und kam, sag ich mal, auch... Entspannt wieder zu Hause an oder morgens zum Büro. Und also Fahrrad ist ja mittlerweile auch, unser Sohn wohnt hier in Düsseldorf, der hatte gar kein Auto mehr. Und der sagt, okay, wo soll ich immer parken? Wir kennen ja als Fahrradfahrer diese ganzen Möglichkeiten. Oder heute Morgen, ich muss ja mit dem Auto kommen, weil ich das auch zum Stand mitbringe. Wenn ich sehe, wie die Fahrradfahrer alle an einem vorbeifahren wenn wir da im Kreisverkehr stehen oder an der Ampel stehen, dann hat das, dieses Radfahren als solches hat einen super Und auch weltweiten Push gemacht, würde ich sagen, weil das akzeptiert wird mittlerweile, weil es auch jetzt schick ist, mit dem Fahrrad zum Büro zu fahren.
00:22:46: Thomas Dorsch: tatsächlich mehr Mode gibt oder was du jetzt gesagt hast, die sich nicht allein auf Fahrrad definiert, sondern einfach eine urbane Mode, die dann Einfach funktioniert, Stoffe hat, die gehen und Reflektoren dann wird die Barriere noch niedriger. Dann ist es auch noch cooler, Fahrrad zu fahren.
00:23:09: Wilhelm Beermann: Richtig. Würde ich absolut unterschreiben. Das passt.
00:23:15: Abschluss: Wann wird Radfahren selbstverständlich?
00:23:15: Thomas Dorsch: Wir müssen zum Abschluss kommen. Eine kurze Frage an euch beide. Vielleicht sind wir ja schon auf dem Weg dahin Aber wann fühlt sich Radfahren im Alltag so selbstverständlich an, dass man gar nicht mehr darüber nachdenkt was man anhat oder wie man aussieht? Ich fange mal mit dir an, Annalena.
00:23:40: Annalena Horsch: Ich würde die Frage gerne ein bisschen größer beantworten weil ich glaube, damit das Fahrrad sich im Alltag voll etabliert ich denke jetzt eher in die Richtung, diejenigen die sowieso jeden Tag Fahrrad fahren, da hat es sich etabliert Und ich kann ja aus eigener Erfahrung sprechen, wenn man es erst mal angefangen hat und bei mir dann, ich sage es mal beruflicher Natur, gezwungen die Gründe seien dahingestellt wenn man es erst mal angefangen hat. Da gewöhnt man sich sehr, sehr schnell dran und heute geht es mir genau, wie du es gerade beschrieben hast. Wenn ich mit dem Auto ins Büro oder zurückfahre, dann bin ich bei weitem nicht so entspannt wie wenn ich mit dem Fahrrad fahre. Diese 15 Minuten auf dem Fahrrad zwischendrin, die sind einfach toll, die sind Freiheit, die sind auch ein Stück weit Lebensgefühl mittlerweile. Ich bin schneller mit dem Fahrrad durch die Stadt durch. Zeitlich zuverlässig. Mit dem Auto kann ich 10, kann ich aber auch 20 Minuten brauchen. Mit dem Fahrrad brauche ich immer 12. Und das macht Spaß. Und ich glaube, damit noch mehr Menschen auch in diesen Genuss kommen, Fahrrad wirklich im Alltag auch erleben zu können, braucht es auf einem drüberliegenden Level. Bessere Infrastruktur, auch ein höheres Sicherheitsgefühl, also auch abgetrennte Fahrradstrecken gerne auch Fahrradschnellwege weil ich würde sagen, aus der Branche kommt, wir haben die Produkte Wir haben die E-Bikes, wir haben die Klamotten wir haben drumherum ganz viele tolle Lösungen, die es wirklich einfach machen, das Fahrrad zu nutzen und um jetzt noch mehr Menschen auch zu motivieren oder daran auch ein Stück weit. Da abholen zu können, braucht es, glaube ich auf dem drüberliegenden Level genau diese Verbesserungen, damit dann am Ende auch alle glücklich Fahrrad fahren.
00:25:24: Wilhelm Beermann: Okay.
00:25:25: Thomas Dorsch: Von dir aus finde
00:25:26: Wilhelm Beermann: ich, Annalena hat super Schlusswort gesetzt Da kann ich gar nichts mehr zu sagen. Also ich bin absolut der gleichen Meinung und würde uns wünschen allen, dass es immer weiter geht mit den Fahrrädern und mit der Akzeptanz und einfach so weitermachen und optimistisch bleiben, würde ich sagen.
00:25:45: Thomas Dorsch: Super, dann bedanke ich mich bei euch. Vielen Dank. Schön,
00:25:49: Wilhelm Beermann: dass du hier warst.
00:25:50: Annalena Horsch: Dankeschön
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